Dienstwagen in Corona-Zeiten: Nutzen Sie jetzt die Einzelbewertung bei der Versteuerung von Firmenwagen

Einzelbewertung bei der Versteuerung von Firmenwagen

Arbeitnehmer, die einen Dienstwagen auch privat nutzen dürfen, müssen die Privatnutzung entweder nach der 1 %-Pauschalregelung oder aber nach der Fahrtenbuchmethode versteuern. Bei der Pauschalregelung werden monatlich 1 % des Listenpreises des Kfz als Privatanteil versteuert. Hinzu kommen noch 0,03 % des Kfz-Listenpreises pro Entfernungs-Km und Monat für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. ABER: Die Arbeitnehmer können den Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte vermeiden. Hierzu nutzen Sie die Einzelbewertung bei der Versteuerung des Firmenwagens. Voraussetzung: Sie haben ihr Fahrzeug tatsächlich weniger als 15 Tage pro Monat genutzt. Sie können dann stattdessen eine Einzelbewertung der Fahrten vornehmen. Dieser beträgt 0,002 % des Listenpreises je Entfernungskilometer und tatsächlicher Fahrt zur Tätigkeitsstätte.

AKTUELL kann die oben bezeichnete Einzelbewertung wichtiger denn je sein. Viele Arbeitnehmer können ihr Fahrzeug de facto gar nicht für die Fahrten zum Betrieb nutzen. Sie müssen von zuhause aus arbeiten.

So funktioniert die Einzelbewertung

Notieren Sie, an welchen Tagen (mit Datumsangabe) Sie den Firmenwagen tatsächlich für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (erste Tätigkeitsstätte) genutzt haben. Ein Wechsel zwischen der „normalen“ Pauschalregelung und der Einzelbewertung innerhalb eines Kalenderjahres ist übrigens nicht zulässig. Haben Sie sich für die Einzelbewertung entschieden, müssen Sie diese das ganze Jahr über fortführen.

Wichtig: Der Arbeitgeber ist im Lohnsteuerabzugsverfahren – auf Verlangen – zur Einzelbewertung der tatsächlichen Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte verpflichtet. Dies gilt, wenn sich aus der arbeitsvertraglichen oder einer anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Rechtsgrundlage nichts anderes ergibt. Allerdings sind dann die Angaben des Arbeitnehmers zu den tatsächlichen Fahrten zusätzliche Voraussetzung. (BMF-Schreiben vom 4.4.2018, BStBl 2018 I S.592, Tz. 10e)

STEUERRAT: Verständlicherweise haben Arbeitgeber wenig Interesse an der Berücksichtigung der Einzelbewertung im Lohnsteuerabzugsverfahren. Sie verweisen ihre Arbeitnehmer daher üblicherweise auf deren Einkommensteuererklärung. Aber: Arbeitnehmer, die mit ihrem Bruttoarbeitslohn noch nicht die Beitragsbemessungsgrenze in der Sozialversicherung erreicht haben, sollten beachten, dass sich eine „Korrektur in der Einkommensteuererklärung“ nicht (mehr) mindernd auf die Sozialversicherungsbeiträge auswirkt. Von Interesse ist insoweit die Niederschrift über die Besprechung des GKV-Spitzenverbandes, der Deutschen Rentenversicherung Bund und der Bundesagentur für Arbeit vom 22.3.2018.

Hier heißt es: „Eine steuerrechtliche Minderung des Nutzungswertes im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung führt unter Berücksichtigung des in § 1 Abs. 1 Satz 2 SvEV verankerten Grundsatzes nicht zur nachträglichen Beitragsfreiheit der Minderung des Nutzungswertes.“  Das bedeutet also: Verzichtet der Arbeitgeber auf die Zugrundelegung der Einzelbewertung, kann der Arbeitnehmer diese zwar im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung geltend machen. Er hat aber keine Möglichkeit, dies auch für Zwecke der Sozialversicherung zu erreichen. Er zahlt dann zu hohe Sozialversicherungsbeiträge. (Allerdings zahlt auch der Arbeitgeber einen eventuell „zu hohen“ Arbeitgeberanteil.)

Weitere Infos zur Einzelbewertung bei der Versteuerung von Firmenwagen erhalten Sie bei mir. Buchen Sie eine Online-Beratung und lassen sich via Zoom oder Skype informieren.

Juni 2, 2020

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